Zum Nachdenken  :  Das schwarze Schaf

Ein kleines schwarzes Schaf mit Namen Toby, lebte auf einer großen Wiese, mit vielen anderen Schafen. Doch alle Anderen waren weiß. Deshalb hänselten dieseToby immer. Nie durfte er mitmachen, wenn die anderen verstecken oder fangen spielten. Ständig tuschelten die Anderen miteinander, doch wenn das kleine schwarze Schaf hinzukam, drehten sie sich um und sagten nichts mehr. Toby kam sich sehr alleine vor und war oft traurig. Er verstand nicht, was die Anderen an seiner schwarzen Wolle so schlimm fanden. Oft versuchte er den anderen zu gefallen. Einmal fand er besonders saftige Blumen,er rief die anderen Lämmer zu sich und wollte mit ihnen teilen, doch die fielen nur über seinen leckeren Fund her und lachten ihn dann noch aus. Das verletzte Toby sehr und er weinte leise vor sich hin

Er fand einfach keine Freunde. Deshalb war Toby eigentlich immer bei seiner Mama, die ihm viele tolle Geschichten von dem großen, berühmten Schafhelden erzählte, der weit entfernte Wiesen erkundete und oft die Herde rettete.

Er war so stark wie 10 Schafe, so mutig wie 100 Schafe und so schlau wie 1.000 Schafe. „Wenn ich doch nur so wäre!“, dachte sich Toby, „Aber ich bin ja nur ein kleines schwarzes Schaf, ein Niemand.“

Doch in dieser Nacht geschah etwas... als alle schliefen, erschien der Geist des Schafhelden und weckte das kleine schwarze Schaf. „Ich habe dich lange beobachtet.“, sagte der Held, “Genauso wie Du war ich auch einmal. Alle haben mich gehänselt, keiner wollte mit mir spielen. Aber ich wollte kein Niemand mehr sein. Ich hab mich angestrengt und gelernt und eines Tages konnte ich allen beweisen, das ich jemand Besonderes bin.“ „Aber ich bin nicht wie du“, antwortete Toby, „ich bin doch nur ein kleines schwarzes Schaf, ein Niemand.“ „Mit dieser Einstellung kommst du aber nicht weit.“, meinte da der Held, „Wenn du nur an dich glaubst, kannst du alles erreichen, was du willst. Denke an meine Worte und beherzige sie.“ Dann verschwand der Schafheld und das kleine schwarze Schaf war wieder alleine unter vielen schlafenden weißen.


Lange dachte Toby über die Worte des Helden nach. Wenn das stimmte, und das musste es ja, schließlich waren es die Worte des Helden, dann konnte er ja auch allen zeigen, das er kein Niemand war.


In diese Nacht nahm Toby sich vor, es allen zu zeigen. Er wollte auch so werden wie der Schafheld. Also lernte und trainierte er, obwohl die anderen ihn nur noch mehr auslachten. Aber jetzt machte es ihm nicht mehr so viel aus, denn er hatte ein großes Ziel vor Augen.


Und eines Abends kam ein Wolf. Er schlich sich langsam an die Herde heran. Doch da das kleine schwarze Schaf seine Augen, Ohren und Nase so trainiert hatte, bemerkte er den Wolf schon von weitem. Langsam entfernte Toby sich von der Herde und versteckte sich im hohen Gras. Als der Wolf näher an die Herde kam, schlich das kleine schwarze Schaf hinter ihn. Da Toby gelernt hatte lautlos durch das Gras zu laufen, hörte der Wolf ihn nicht. Und da er schwarz war, sah ihn der Wolf auch nicht. Ganz leise schlich er sich heran und als der Wolf fast an der Herde war, sprang das kleine schwarze Schaf hinter ihm aus dem Gras und rief ganz laut „MÄÄÄÄÄH!“. Der Wolf erschreckte sich so sehr, das er zurück in den Wald lief und nie mehr wiederkam.


Die anderen Schafe waren so darüber erstaunt, dass ihr kleines schwarzes Schaf den Wolf vertrieben hatte, das sie gar nicht wussten, was sie sagen sollten. Und das soll schon was heißen, denn Schafe tratschen genauso gerne wie Gänse.


Nachdem sich der erste Schock gelegt hatte, wollten alle Toby danken. An diesem Abend feierten die Schafe ein Fest zu Ehren von Toby. Keiner sagte jemals wieder, dass das kleine schwarze Schaf ein Niemand war.


Jeder wollte jetzt sein Freund sein. Doch Toby wählte wieder das Alleinsein, denn es hatte ihm eigentlich gefallen. Er wollte keine Freunde haben, nur weil er jetzt ein Held war. Wenn, dann sollten sie ihn mögen und nicht seine Taten. Aber trotzdem war er froh, denn von diesem Tage an wurde kein kleines schwarzes Schaf mehr ausgestoßen. Denn kleine schwarze Schafe sind etwas ganz Besonderes und kein „Niemand“